Vortrag über das Plakatschaffen von Michael Mathias Prechtl

26 Sep Vortrag über das Plakatschaffen von Michael Mathias Prechtl

Der Michael Mathias Prechtl-Förderverein lädt ein zu einem Vortrag am Dienstag, 2.10.2018 um 19.30 Uhr im Stadtmuseum Amberg

Referentin: Charlotte von Schelling, M.A.

Titel: Zwischen Kunstrezeption, populärer Kultur und dem „Mythos Bayern“:Prechtls
Plakat zur Ausstellung „Die Isar – Ein Lebenslauf“ von 1983

Inhaltsbeschreibung:

Das Œuvre des Künstlers Michael Mathias Prechtl stellt einen dieser bislang fast ungehobenen Schätze dar, auf die man nur recht selten, und dann auch nur mit ganz viel Glück, stößt. Prechtl, ein inhaltlich und medial unglaublich versierter und vielseitiger Künstler, hinterließ ein mannigfaltiges Portfolio an Gemälden, Zeichnungen, Lithografien, Illustrationen und Keramikwerk. Doch insbesondere in den 1980er-Jahren sollte er sich deutschlandweit einen Namen als Plakatkünstler machen: Wie kaum ein anderer aus Ostbayern stammender Künstler provozierte Prechtl mit seinen Plakaten weit über seine bayerische Heimat hinaus – das Plakat diente ihm als ein Medium, mit dem er für seine Kunst eine exzeptionelle Breitenwirkung in der Öffentlichkeit erzielen konnte. Seine typisch kritische Denkweise sowie seine individuelle Interpretation der (Zeit-) Geschichte konnte er so einem breiten Publikum im öffentlichen Raum zugänglich machen. Am Beispiel eines seiner bekanntesten Plakate, dem für die Ausstellung „Die Isar – Ein Lebenslauf“ 1983 (im Auftrag des Münchner Stadtmuseums), soll dargelegt werden: Wie wurden aktuelles Zeitgeschehen und zugleich historische Einflüsse wie die Rezeption von Werken der Alten Meister von Prechtl zur Schaffung neuer Bildwelten verknüpft, die einen Einblick geben in soziokulturelle Entwicklungen und – in Teilen –  vielleicht sogar Aspekte der Mentalitätsgeschichte seiner Zeit, dabei aber gleichzeitig auch immer Ausdruck seiner gänzlich individuellen Wahrnehmung und Interpretation des Weltgeschehens vor dem Hintergrund seiner umfassenden kulturhistorischen Bildung sind?

Zur Person:

Die gebürtige Regensburgerin Charlotte von Schelling recherchiert im Rahmen ihrer Dissertation im Fach Kunstgeschichte zum Plakatwerk des Amberg-Nürnberger Künstlers Michael Mathias Prechtl. Während und nach ihrem Studium in Regensburg und Wien arbeitete sie in verschiedenen Museen, im Verlagswesen und im Kulturbetrieb. Aktuell ist sie Mitarbeiterin im Ausstellungsprojekt „Zwischen Utopie und Anpassung – Das Bauhaus in Oldenburg“ des Niedersächsischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.